News · 2026-11-06

Prokrastination ist kein persönlicher Makel. Sie ist eine Management-Krankheit.

Eine Regel der Astronauten-Trainerin für die ISS – handeln, solange ein Problem noch klein ist – entlarvt Prokrastination als Führungsversagen, nicht als individuelle Schwäche. Auf einer Raumstation ist sie lebensgefährlich. Im Unternehmen ist sie „nur" teuer. Noch.

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Manchmal kommt die Erkenntnis, wenn man am wenigsten damit rechnet. Diese kam von Laura Winterling 🚀, einer früheren Astronauten-Trainerin.

Ich hielt Prokrastination immer für eine persönliche Schwäche – die Angewohnheit einzelner Manager, die sagen: „Mach ich morgen." Falsch gedacht.

Auf der ISS gibt es kein „morgen"

Auf der Internationalen Raumstation bestellt man kein Ersatzteil. Kein Werkzeug. Keine zweite Lieferung. Wer ein Problem erst anpackt, wenn es groß ist, hat keine Optionen mehr. Nur noch den Notfall.

Deshalb gilt im All eine einfache Regel: handeln, wenn die Herausforderung entsteht – nicht, wenn sie fortgeschritten ist. Solange noch Zeit ist, gibt es Szenarien. Optionen. Spielräume. Später bleibt nur eine Lösung – und die ist selten die beste.

Der Perspektivwechsel

Das war der Aha-Moment. Prokrastination ist nicht die Schwäche Einzelner. Sie ist eine Management-Krankheit – die Unfähigkeit einer Organisation, ein Thema aufzugreifen, solange es noch klein ist, solange es mit einfachen Mitteln heilbar ist.

Das Problem ist nicht, dass wir zu spät entscheiden. Das Problem ist, dass wir uns die Optionen nehmen lassen, eine nach der anderen, bis nur noch eine übrig ist.

Auf der ISS ist das lebensgefährlich. Im Unternehmen ist es „nur" teuer. Noch.

Und dann fiel mir ein zweites Tier ein 🙈

Der Strauß. Kopf in den Sand.

Prokrastination sagt: „Mach ich morgen." Der Strauß sagt: „Sehe ich nicht." Zwei verschiedene Ausreden, ein identisches Ergebnis – die Optionen sind weg, bevor jemand hinschaut. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

Also die Frage, die es sich zu stellen lohnt: Welches Thema in Ihrer Organisation ist gerade noch klein – und wartet still?

Danke, Laura Winterling, für den Perspektivwechsel. Den nehme ich mit ins Team.


Der ursprüngliche Vortrag als PDF: Prokrastination – Folien herunterladen (PDF).

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